AGH-Wahl 2026 · Wahlkreis 7

Liebe Nachbarin,
lieber Nachbar,

Mein Name ist Annette Unger und ich bin Ihre Kandidatin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 in Wahlkreis 7 in Pankow. Sozialdemokratische Werte sind wichtiger denn je — Zusammenhalt und Solidarität bilden unser Fundament.

Portrait Annette Unger
Meine Themen im Wahlkreis 7

Wofür ich mich einsetze

Es gab immer nur Berlin. Im Folgenden möchte ich Ihnen meine Themen vorstellen, die ich im Abgeordnetenhaus angehen möchte — um Berlin wieder ein Stück besser zu machen.

1

100.000 Wohnungen fehlen

In Berlin muss mehr gebaut werden — und die gesellschaftliche Akzeptanz für Veränderungen ist unabdingbar. In den letzten 5 Jahren haben wir 80.000 Wohnungen geschaffen, in den nächsten 5 werden es mehr. Bezahlbarkeit steht dabei klar im Vordergrund. Wir stärken die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ebenso wie Genossenschaften. Das Schneller-Bauen-Gesetz, Änderungen der Bauordnung und das Einfach-Bauen-Gesetz ermöglichen beschleunigte Genehmigungsverfahren. Illegale Ferienwohnungen gehören zurück in den Markt, als Wohnraum für alle. Viel zu viele leerstehende Büros müssen endlich in Wohnungen umgewandelt werden.

Die von der SPD eingeführte Mietpreisprüfstelle und mehr Mietensheriffs sind bereits Wirklichkeit — ein Schritt in die richtige Richtung. Der nächste ist ein Mieten- und Wohnkataster: Nur durch Transparenz über Eigentumsverhältnisse, Mieten und Leerstände werden Missstände sichtbar. Eine Mietenaufsicht schützt vor Abzocke.

Darüber hinaus kämpfe ich für eine effektive Mietpreisbremse und einen rechtssicheren Mietendeckel — für Wohnungen wie für Gewerbemieteinheiten. Klar ist aber auch: Die landeseigenen Wohnungsunternehmen allein können den Bedarf einer wachsenden Stadt nicht decken. Dafür braucht es private Bauherren und ihre Bereitschaft, preiswerten Wohnraum zu errichten — etwa über das Modell der kooperativen Baulandentwicklung. Wir wollen, dass der Anteil preiswerter Wohnungen bei größeren Bauvorhaben von 30 auf 50 % steigt.

2

Verkehr: Mehr Miteinander

Berlin wächst, und der öffentliche Raum wird damit rechnerisch enger — das fordert mehr Rücksichtnahme und Miteinander. Für mich beginnt das mit dem Schutz der Schwächsten im Verkehr: den zu Fuß Gehenden. Die zurückgelegten Fußwege nehmen in Berlin übrigens deutlich zu.

Auf Gehwegen haben E-Roller und Radfahrende (außer Kinder) nichts zu suchen. Hier braucht es mehr Kontrollen und schärfere Sanktionen — darum kümmert sich bislang niemand wirklich. E-Roller dürfen nicht überall abgestellt und nicht achtlos umgeworfen werden, denn gerade das stellt für zu Fuß Gehende eine ernsthafte Gefahr dar.

Weniger Autos wären wünschenswert, werden aber nur mit einem noch besser ausgebauten und zuverlässigeren ÖPNV Wirklichkeit. Autos verbieten zu wollen, ist für mich der falsche Weg. Was aber ein absolutes Muss ist: endlich mehr Radwege umzusetzen — das haben weder die Grünen noch die CDU in ihren Senatsressorts erreicht.

3

Saubere Kieze statt illegaler Müllentsorgung

Auch beim Thema Vermüllung des öffentlichen Raums geht es um Miteinander und Rücksicht. Was vor einigen Jahren noch vereinzelte Schmuddelecken waren, ist heute fast flächendeckend in ganz Berlin sichtbar.

Tauschbörsen sind eine tolle Idee — Bücher, CDs oder Geschirr am Straßenrand zu verschenken, ist im Sinne der Nachhaltigkeit gut und richtig. Aber alte Matratzen, Sessel oder Autoreifen im öffentlichen Raum abzustellen, ist illegale Müllentsorgung. Die Meldeapps der Bezirksämter funktionieren bereits gut, ebenso die kürzlich beschlossenen höheren Bußgelder. Darüber hinaus wären auch Müllsheriffs oder mehr Sperrmüll-Kieztage denkbar. Und: Zigarettenkippen und Kronkorken gehören einfach nicht auf die Straße.

4

Unsere Demokratie ist in Gefahr

Wir leben in fragilen Zeiten, und viele Menschen sind verunsichert. Diese Verunsicherung dürfen wir aber nicht zulassen — sie darf Demokrat:innen nicht auseinandertreiben. Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir näher zusammenstehen. Die Nicht-Demokraten sind keine Option und erst recht keine Alternative.

Berlin ist eine weltoffene, bunte Stadt und soll es bleiben. Rechte Hetze und Hass haben hier keinen Platz. Jeder soll hier lieben und leben, wie er oder sie möchte.

5

Das liebe Geld

Bis zur Corona-Pandemie war Berlin bei den Finanzen auf einem guten Weg: Durch Konsolidieren und Investieren wurden 5 der 67 Milliarden Euro Schulden abgebaut — und trotzdem nötige Investitionen getätigt, etwa die erfolgreiche Schulbauoffensive. Berlin hat inzwischen ausreichend Kita- und Grundschulplätze; im Mittelpunkt der nächsten Etappe stehen die Schulsanierungen.

Nach den Sonderinvestitionen der Corona-Zeit stehen Bund und Länder nun vor der Aufgabe, zu einem normalen, finanzierbaren Weg zurückzukehren. Die abgebauten Schulden sind zum Teil wieder da — aber es war gut, diesen Puffer gehabt zu haben, um in der Krise auszahlen zu können. Damit der nächste Haushalt keinen Kahlschlag bedeutet, sollte Berlin schnell wieder konsolidieren und investieren — insbesondere über Darlehen und Contracting-Modelle für die öffentliche Infrastruktur.

Annette Unger, Portrait
Annette Unger, aktuelles Portrait
Was mich umtreibt und wie ich die wurde, die ich bin

Über mich

In den Westen
Annette Unger — Familie, starke Frauen 1

Aus einer Ostberliner Familie stammend, wurde ich Mitte der 60er Jahre in Nordhessen geboren. Schon früh war mir klar, bei uns ist was anders. Wir sprachen einen anderen Dialekt als die Menschen dort. Meine Familie verließ Ost-Berlin, den Prenzlauer Berg, Ende der 50er Jahre. Wie alle anderen DDR-Flüchtlinge zu dieser Zeit verbrachte sie zunächst eine kurze Zeit in Friedland, einem Übergangslager. Treysa in Nordhessen wurde zur neuen Heimat.

Politik gehörte immer zum Diskurs in meiner Familie. Vor allem diskutierten mein Vater und meine Großmutter über politische Themen — den Ost/West-Konflikt, die Sowjetunion, die Unfreiheit der Menschen in der DDR. Regelmäßig wurden Nachrichtensendungen geschaut. Obwohl ich als Kind das abendliche Ritual der Tagesschau furchtbar langweilig fand, haben mich die vielen Gespräche geprägt.

In Nordhessen gab es keine Schrippen

Ein toller Ort meiner Kindheit war der Prenzlauer Berg. Oft besuchte ich mit meiner Großmutter die Urgroßmutter, die weiterhin in der DDR lebte. Ich erinnere mich an dicke Federbetten, an Schlange stehen für jede Kleinigkeit, Spielenachmittage, Puppenmöbel aus dem Kaufhaus Fix an der Schönhauser Allee.

Auch meine beiden Omas diskutierten viel über Politik — und immer wenn wir durchs Treppenhaus liefen, sollte ich nicht sprechen. Viele Jahre später erklärte mir meine Großmutter, dass ein Stasi-Spitzel im Haus wohnte und sie befürchteten, ich könne etwas von den regimekritischen Gesprächen „ausplaudern“.

Jeden Morgen standen wir nach Schrippen an. Mir gefiel der Name so gut, dass ich nach unserer Rückkehr in einer Bäckerei in Nordhessen Schrippen kaufen wollte — den Blick der Verkäuferin werde ich nicht vergessen. Aber leider hatten sie keine im Angebot!

Eine Familie emanzipierter Frauen
Annette Unger — Familie, starke Frauen 2

Emanzipation wurde in meiner Familie nicht diskutiert, sie wurde selbstverständlich gelebt. Meine Großmutter brach aus der Tradition ihrer Eltern aus, Friseurin werden zu sollen — sie suchte sich unabgesprochen eine Lehrstelle als Bürokauffrau. Für eine Frau, Jahrgang 1914, keine Selbstverständlichkeit.

Auch meine Mutter hat immer ihr Ding gemacht. Sie arbeitete immer Vollzeit; ihre „Mutterzeit“ nach meiner Geburt dauerte nur sechs Wochen. Mein Vater unterstützte die Unabhängigkeit meiner Mutter immer — so bestand er darauf, dass sie Anfang der 70er Jahre den Führerschein machte.

Die große Liebe Bogenschießen
Annette Unger beim Bogenschießen

Es gab zwei große Themen in unserer Familie: Politik und Sport. Als Jugendliche in der DDR war meine Mutter Leichtathletin. Mein Vater hat in seiner Jugend geboxt, ist später Autorennen gefahren, bis er mit dem Bogenschießen begann. Meinen ersten eigenen Wettkampf schoss ich an meinem 12. Geburtstag. Dieser Sport war 20 Jahre lang meine große Leidenschaft — noch heute ist es wie nach Hause kommen, wenn ich mal wieder an der Rennbahnstraße bei den Berliner Bogenschützen zu Gast sein darf.

Nicht zuletzt deshalb bin ich eine Befürworterin der Olympia-Bewerbung Berlins: Die Sport-Infrastruktur der Stadt würde davon nachhaltig profitieren.

Mode …

Schon mit 16 hatte ich neben der Schule einen Nebenjob als Aushilfe in einem kleinen Modeladen. Auch später blieb ich dieser Branche treu — als Mitarbeiterin in Agenturen, auf Messen, als Einkäuferin oder Storemanagerin in Berlin.

Um gut gekleidet zu sein, muss man nicht tief in die Tasche greifen — man sollte aber nachhaltiger denken statt bei Fast-Fashion-Ketten zu kaufen. Fast Fashion verursacht massive ökologische und soziale Schäden, einen extrem hohen Wasser- und Chemikalienverbrauch und Ausbeutung von Textilarbeiter:innen.

Lebensthema Rechtsextremismus

Bereits zu Schulzeiten war Rechtsextremismus das Thema, das mich am meisten interessierte — weil alle seine Facetten am weitesten von meinem Denken entfernt sind. Während des Studiums der Politikwissenschaft, Strafrecht und Kommunikationswissenschaften wählte ich meine Kurse und Prüfungsthemen entsprechend gezielt: Meine Zwischenprüfungsarbeit schrieb ich über „Rechte Frauen“, meine Magisterarbeit über das „Comeback der NPD Mitte der 1990er Jahre“. Später kam eine Fortbildung zu Rechtsextremismus, Prävention und Intervention hinzu.

Über Jahre war ich als freie Referentin und Dozentin in den Themenfeldern Demokratiebildung und Rechtsextremismus unterwegs — beim THW, an Schulen und Hochschulen, in der Beratung von Firmen und Restaurants.

Die große Liebe Politik

2013 bin ich in die SPD eingetreten — in erster Linie, um mein Engagement gegen Rechts auch im parteipolitischen Kontext auszuweiten. Die Arbeit an der Basis hat sofort großen Spaß gemacht. Mittlerweile nimmt die ehrenamtliche Arbeit einen großen Teil meines Lebens ein: Ich leite einen Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus, bin stellvertretende Kreisvorsitzende und durch meine Tätigkeit als Büroleiterin beim ehemaligen Finanzsenator Matthias Kollatz in ganz Berlin unterwegs.

Von 2016 bis 2021 durfte ich die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow vertreten — fünf Jahre, die ein großer Aha-Moment waren. Man braucht einen langen Atem und Kompromissbereitschaft, um eigene Themen durchzubringen. Ein bisschen stolz bin ich darauf, das Thema „Housing First“ — ein Projekt, das obdachlose Menschen dauerhaft in Wohnungen bringt — in Pankow eingebracht zu haben. Ebenso darauf, über Jahre nachhaltig dafür gesorgt zu haben, die Einstellungsverfahren für neue Mitarbeitende im Bezirksamt Pankow zu verkürzen.

Dieses Angekommen-Sein führte dazu, dass ich die Menschen im Wahlkreis 7 gerne im Abgeordnetenhaus vertreten möchte. Deshalb kandidiere ich erneut.

Wie die Charité mein Leben rettete

Im Leben vieler Menschen gibt es auch dunkle Kapitel — so auch in meinem. 2017 erkrankte ich an Leukämie. Die Diagnose kam aus dem absoluten Nichts und war ein großer Schock; sehr schnell folgten fünf Zyklen Chemotherapie. Diese Zeit war eine sehr harte Erfahrung. Es gab aber auch viele Momente, die Mut machten — so kam viel Unterstützung aus der SPD Pankow, dafür bin ich bis heute sehr dankbar. Hinzu kommt, dass die Leukämie-Station im Virchow und deren Personal einfach nur großartig sind: viel Verständnis, gute Gespräche, zahlreiche positive Momente.

Und auch wenn unser Gesundheitssystem an der einen oder anderen Stelle verbessert werden muss, ist es doch eines der besten, die es gibt — die Charité gehört weltweit zu den besten Krankenhäusern. Mit größtem Respekt und Dankbarkeit blicke ich auf diese Zeit zurück.

Gemeinsam für Berlin

Wieder Berlin mit Steffen Krach

Die vier Schwerpunkte der SPD Berlin und ihres Spitzenkandidaten Steffen Krach für das Rote Rathaus.

🗳️ Zweitstimme = Krach-Stimme — mehr unter: spd.berlin
Berlin wieder bezahlbar und wirtschaftsstark

Berlin muss wieder für alle bezahlbar sein. Dafür braucht es eine starke Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen und guten Löhnen — ein Wachstum, von dem die Menschen profitieren, und einen Senat, der sie vor explodierenden Mieten und Preisen schützt.

Wieder gute Bildung für jedes Kind

Kinder und Jugendliche sollen behütet aufwachsen und lernen können. Gute Bildung muss für alle frei sein: Je besser unsere Bildungsorte, desto kreativer und stärker entwickelt sich Berlin — deshalb mehr Investitionen in Kitas, Schulen und Universitäten.

Wieder Hauptstadt der Gesundheit werden

Alle Menschen in Berlin sollen die beste Gesundheitsversorgung bekommen — von der Kindheit bis ins Alter. Ziel: Berlin wieder zur Hauptstadt der Medizin machen, in Forschung, Entwicklung und Behandlung.

Berlin wieder eine Familie

Ein rücksichtsvollerer Umgang miteinander, weniger Dreck auf den Straßen: Wir wollen in Berlin wieder gerne zusammenleben und uns gemeinsam um unsere Stadt kümmern.

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